Käfighaltung von FAMIs und Azubis?

4. September 2017

Die Käfighaltung von Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FAMIs) und Auszubildenden für diesen Berufszweig ist doch nach der EU-Richtlinie C362/482.57 §§ 864 und 941 verboten, oder? Zutiefst erschüttert fragt man sich daher, wie, wo und wann das obige Foto entstehen konnte?

Entwarnung! Wie schon der heitere Gesichtsausdruck der beiden Insassinnen zeigt, wurde hier niemand eingesperrt. Das Foto entstand lediglich anlässlich unserer augenblicklichen Umräumaktion im 2. OG der Zentralbibliothek, wo Platz für ein „Sprachenkabinett“ geschaffen werden soll. Die stangenbewehrten Regale enthalten normalerweise den Notenbestand – keine FAMIs uns Azubis!

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„Es war blau und da war ein Tier drauf!“

11. Juli 2017

Es gibt ein paar Fragen, die wir an den Infoplätzen regelmäßig hören, Probleme, die immer wieder auftauchen (besonders häufig: Der verwirrt-panische Gesichtsausdruck von Nutzern, die versuchen, etwas aus dem Internet mit dem Internet Explorer auszudrucken).

Es war blau und da war ein Tier drauf!Ein Klassiker: Ein Nutzer sucht ein Buch und ist sich nicht sicher, wie der Titel lautet oder wer der Autor ist, versucht aber so viele Informationen beizusteuern, wie möglich. Angaben wie „Es war blau und da war ein Tier drauf!“ kommen dann auch häufiger mal vor. Wir wissen, wie gut gemeint diese Aussagen sind und zelebrieren sie daher mit einem Foto samt Blogeintrag 😀

Und dabei sind auf dem Foto nur Neuerwerbungen der englischsprachigen Romane – weiß der Geier wie viele Bücher wir insgesamt im Bestand haben, auf die diese Beschreibung zutrifft *nervös lach*.

Das ist allerdings auch genau die richtige Gelegenheit, diese Romane vorzustellen!

Torday, Paul; Torday, Piers: The death of an owlTorday, Paul; Torday, Piers: The death of an owl

Andrew Landford, MP is driving home one night along a dark country lane when a barn owl flies into his windscreen. It is an accident, nothing more. But Andrew sits on a parliamentary committee concerned with the protection of endangered species, and the death of the owl threatens to destroy his hopes of reaching No. 10. Also in the car is Andrew’s old Oxford friend and political adviser, Charles Fryerne. Will they be able to keep the crime under wraps, or will circumstances conspire against them?

Cannon, Joanna: The Trouble With Goats And SheepCannon, Joanna: The Trouble With Goats And Sheep

England,1976. Mrs Creasy is missing and The Avenue is alive with whispers. As the summer shimmers endlessly on, ten-year-olds Grace and Tilly decide to take matters into their own hands. And as the cul-de-sac starts giving up its secrets, the amateur detectives will find much more than they imagined.

Adams, Douglas: The Salmon of DoubtAdams, Douglas: The Salmon of Doubt

Adams‘ indispensable guide to life, the universe and everything, this contains short stories and 11 chapters of the novel Adams was working on at the time of his death.


Hurra, ein neuer Buchstabe!

6. Juli 2017

Hurra, wir haben einen neuen Buchstaben! Der „Rat für deutsche Rechtschreibung“ schenkt uns das Eszett als Großbuchstabe!

Hurra?

Hat der „Rat für deutsche Rechtschreibung“ das wirklich durchdacht? Gibt es in den verschiedenen Codetabellen der elektronischen Datenverarbeitung wirklich noch Platz für ein neues Zeichen? Und was ist mit den Tastaturen – wo soll das große Eszett denn unterkommen, teilte sich doch sein kleiner Bruder bisher weitgehend konfliktfrei eine Taste mit dem Fragezeichen? Und eins ist sicher: In nicht deutschsprachigen Texten (die vermutlich doch weltweit die überwiegenden Mehrheit darstellen) dürfte das große Eszett genauso verhunzt werden, wie bislang schon seine kleine Variante und die armen Umlaute Ä, Ö und Ü.

Und an die Bibliotheken hat natürlich ohnehin niemand gedacht!

Jahrhundertelang wurde den Bibliothekaren, „Assistenten an Bibliotheken“ und „Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste“ das Alphabet eingebleut:

A, B, C, D, E, F, G,
H, I, J, K, L, M, N, O, P,
Q, R, S, T, U, V, W,
X, Y, Z.

Das reimte sich zumindest teilweise und hatte sogar einen gewissen Sprachrhythmus. Wo soll da das große Eszett unterkommen? Hinter dem „S“ und damit den Rhythmus endgültig zertören? Oder ans Ende? Dann aber muss an ganz vielen Stellen „von A bis Z“ durch „von A bis Eszett“ ersetzt werden. Tja… Und wer soll sich ein derart verschlimmbessertes Alphabet merken?

Auch in den Aufstellungssystematiken muss das große Eszett zukünftig wohl vorkommen: „Das Buch finden sie dort drüben bei Eszett.“ Gewöhnungsbedürftig…

Der „Rat für deutsche Rechtschreibung“ begründet seine Neuschöpfung damit, dass so die korrekte Schreibung von Eigennamen in Pässen und Ausweisen ermöglicht würde. Hat mal eine(r) der Ratsherren und -damen daran gedacht, dass die Großbuchstaben in Pässen und Ausweisen höchstwahrscheinlich aus der EDV-Steinzeit stammen, als jedes Bit Speicherplatz noch kostbar wahr? Statt der Welt einen neuen Buchstaben, hätte der Rat vielleicht besser den zuständigen Ämtern eine zusätzliche Festplatte schenken sollen!

Trotzdem:
Armes neues großes Eszett, herzlich willkommen, wir Bibliotheken haben dich genauso lieb wie deine 26 (oder – mit Umlauten – 29) Brüderchen!


Heute ist der Tag des Systemadministrators!

29. Juli 2016

Oder: dann waren’s nur noch zwei…

fist16

Das ist doch mal ein richtig wichtiger Gedenktag, der „System Administrator Appreciation Day“, oder auf Deutsch der „Tag des System-administrators“!

Zitat aus der Wikipedia: „Obwohl die Schaffung dieses Gedenktages sicher einige humoristische Aspekte hat (Ach? Der Blogger), ist der ernste Hintergrund dahinter, auch einmal den Menschen zu danken, deren Arbeit man nicht immer unmittelbar bemerkt und die man normalerweise nur ruft, wenn etwas nicht funktioniert.

Und da ich neben der Bloggerei auch noch für den ganzen IT-Kram in der Stadtbibliothek zuständig bin, begehe ich diesen Tag heute mit Inbrunst! Zumal unser kleines (aber überaus feines!) IT-Team gerade einen schmerzlichen Verlust hinnehmen musste, hat uns die Dritte im Bunde doch gerade schmählich im Stich gelassen.

Nun sind wir also nur noch zu zweit, Stephanie Kulp und ich – und so müssen wir zwar all die Anfragen, Fehlermeldungen, Wünsche und Hilferufe der Kollegen und Leser im Duett bearbeiten, aber auch den sicherlich heute auf uns herabprasselnden Dank und die vielen Geschenke müssen wir nur durch zwei teilen!

I appreciate that!


April, April!

2. April 2016

Hoffentlich haben Sie den gestrigen Artikel über Public Viewing in der Zentralbibliothek nicht ernst genommen! Zwar handelt es sich bei den Geräten zur Anzeige der Veranstaltungsplakate tatsächlich um Fernseher, diese Geräte werden aber nur als Monitore benutzt und waren einfach billiger als Computermonitore vergleichbarer Größe. Und für Public Viewing hätten wir sie wohl auch an anderen Stellen anbringen müssen.

So müssen wir sie leider enttäuschen: Public Viewing wird es in der Stadtbibliothek vorläufig nicht geben. Aber wer weiß, vor ein paar Jahren hätte man sich auch nicht vorstellen können, dass Bibliotheken E-Book-Reader entleihen oder WLAN anbieten…

Einen schönen April wünscht Ihre Stadtbibliothek!


Sprachlos…

16. Februar 2016

… ist und macht dieser wunderhübsche Film des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv) mit dem Titel „Bibliotheken für Alle„. Denn leider waren in der Vergangenheit Werbe-Videos für Bibliotheken meist, naja, ähm, sagen wir mal: dröge – aber pädagogisch wertvoll. Dieser kleine Film, der ganz ohne das gesprochene Wort auskommt, ist aber wirklich gelungen, amüsant und die Darsteller sind allesamt einfach knuddelig!

Viel Spaß beim Anschauen wünscht Ihre Stadtbibliothek!


Die Seel‘ wird nicht im Feuer braten, füllst du den Kassenautomaten!

18. Dezember 2015

Wahrlich, ich sage euch, kommet in den Bibliothekstempel und opfert den schnöden Mammon für einen Bibliotheksausweis, auf dass auf Erden schon ein Stück des Paradieses euer sei!

Jetzt sind sie endgültig übergeschnappt, die Bibliothekare? Fühlen sich als Hohepriester des Musentempels, Schamanen der Medien, Kardinäle der Information?

Nun, diese Rolle wird uns gewissermaßen von außen aufgedrängt, werden doch unsere Wirkungsstätten, die Bibliotheken, von der Firma Sony als griechische Tempel dargestellt. Seit Medien in der Onleihe auch vorzeitig zurückgegeben werden können, sieht man die entsprechenden Funktions-Buttons in der Software „Reader for PC“ (Abb. oben) und auf den Sony-E-Book-Readern selbst (Abb. unten).

Also tretet ein in den Bibliothekstempel, oh ihr Gläubigen, und erfreut euch der vielfältigen Angebote, die euch von den erleuchteten Bibliothekaren so mannigfach dargeboten werden!

Und wie kommen die Sonys nun auf die (Schnaps-)Idee, einen Tempel als Sinnbild für Bibliotheken zu verwenden? Vermutlich hatten sie die New York Public Library vor Augen, die in der Tat einem griechischen Tempel nachempfunden scheint und schon häufig als Filmkulisse diente.

New York Public Library (Foto: Wikipedia)

New York Public Library (Foto: Wikipedia)