Der Kinderdieb

Im Rahmen ihrer Ausbildung dürfen und müssen unsere Azubis auch Buchpräsentationen erstellen. Malin Schulta, Auszubildende im 2. Lehrjahr, hat sich für den Titel “Der Kinderdieb” von Brom entschieden. Ihre Präsentation wird zurzeit im 1. OG der Zentralbibliothek gezeigt.

kinderdiebInhalt

„Erwachsen werden kann echt mies sein. Aber heute ist eine gute Nacht, denn Avalon wartet auf dich.“

Von seiner menschlichen Mutter wegen seines Feenblutes verstoßen, sein Leben lang gejagt und verfolgt, glaubt Peter sich im Himmel, als seine Augen das erste Mal die paradiesische und sagenumwobene Insel Avalon erblicken. Avalon, ein magisches Reich, Heimat der Feen, Elfen, Trolle und vieler weiterer magischen Geschöpfe. Eine bunte, sorglose Welt, in der die Magie Kinder davor bewahrt erwachsen zu werden.

Doch so fantastisch ihre Wirkung auf Kinder ist, so schrecklich wirkt sich Magie auf Erwachsene aus. Von Alpträumen und Mordlust in den Wahnsinn getrieben, verwandeln sich Erwachsene in Avalon in entstellte Monster, die von einem unstillbaren Hunger getrieben werden. Fleischfresser. So nennen die Bewohner von Avalon die Menschen, die zur Zeit des Bürgerkrieges auf der Insel kamen. Von der Magie verwandelt, drohen sie Avalon und all seine Schönheit zu vernichten.

Also geht Peter auf die Jagd.

Durch den Nebel der Anderswelt kommt er zurück ins heutige New York, um Kinder zu fangen. Er sucht nur die einsamen, unglücklichen und verlassenen Kinder. Verlorene Kinder, die niemanden mehr haben, der sich um sie schert. Missbrauchte, verprügelte Kinder, die Peter überall hin folgen würden für einen Ausweg aus ihrem Leben. Und Peter bietet ihnen diesen Ausweg. Er erzählt ihnen von der Magie Avalons und seinen magischen Wesen.

Die einzige Bedingung, um mit ihm in das fantastische Reich zu kommen: Sie müssen ihm freiwillig folgen. Doch nur die Starken schaffen es, ihren Weg durch den Nebel zu finden. Diese Kinder bildet Peter aus. Sie sind seine Teufel und dazu da, mit ihm gegen die Fleischfresser zu kämpfen.

Doch die Fleischfresser sind stark und Peter braucht immer neue Kinder…

Über den Autor

Gerald Brom wurde am 9. März 1965 in Albany, Georgia geboren. Als Sohn eines Piloten musste er oft mit umziehen. So lebte er unter anderem in Japan und Deutschland, wo er dann auch, in Frankfurt am Main, sein Abitur machte. Durch den Beruf seines Vaters wuchs Brom in einer militärisch geprägten Umgebung auf und gewöhnte sich daran, nur bei seinem Nachnamen angesprochen zu werden. Noch heute signiert er schlicht als BROM.

Außer seinem schriftstellerischen Talent hat Brom auch eine große Begabung, was das Zeichnen angeht. So illustriert er seine Bücher selbst und hat bereits für viele renommierte Firmen, wie Coca-Cola, IBM, Columbia Pictures und CNN gearbeitet. Er entwarf Konzepte für Filme, illustrierte Comics und arbeitete an Computerspielen mit. Unter anderem entwarf er Illustrationen für das bekannte Rollenspiel Dungeons and Dragons. Zurzeit lebt Brom mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Seattle.

kinderdieb2Persönliche Meinung

„Der Kinderdieb“ ist an die Geschichte von Peter Pan angelehnt, doch wo in der Vorlage höchstens ein paar dunkle Vorahnungen entstehen, wie Peter tatsächlich ist und was er aus den Kindern macht, die er entführt, nimmt BROM kein Blatt vor den Mund. Anders als die kindliche Disney-Version ist „Der Kinderdieb“ nichts für Zartbesaitete. Schonungslos legt dieses Buch offen, welche Kinder Peters Ziele sind und welche Schrecken sie durchleben mussten und in Avalon weiterhin erleben. Ohne Frage ist „Der Kinderdieb“ kein Kinderbuch. Es ist brutal, grausam und zuweilen ein bisschen verstörend. Doch es besitzt einen teilweise recht düsteren Humor, dem man sich nicht entziehen kann. Es ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Genau darum habe ich dieses Buch gewählt.

Lieben wir nicht alle die Märchen, die wir früher zum Einschlafen vorgelesen bekommen haben? Und ist „Schneewittchen“ nicht ebenso brutal, wie „Der Struwwelpeter“? Also warum nicht auch einmal Peter Pan vollkommen ungeschönt und in all seiner Grausamkeit lesen?

Für mich ist dieses Buch bereits eines meiner Lieblinge und ich kann es nur jedem Fantasy-Fan empfehlen.

Über mich

Mein Name ist Malin Schulta, ich bin im zweiten Ausbildungsjahr zur Fachangestellten für Medien- und Informatiosdienste im Fachbereich Bibliothek.

Ich hoffe, Ihnen hat meine Präsentation gefallen und lockt Sie, Avalon demnächst auch einmal zu besuchen.

Wie Brom so schön in seinem Nachwort schreibt:

„Doch wie so viele andere hatte ich ein Bild von Peter Pan im Kopf, das ihn als liebenswerten, koboldhaften Scherzbold zeigte, was dem unguten Einfluss zu vieler Disney-Filme […] geschuldet ist. […] bis ich den ursprünglichen Peter Pan las, nicht die entschärfte Fassung, […] sondern das nicht bereinigte Original von James Barrie. Hier ein Zitat aus dem Originalbuch: ‚Die Anzahl der Jungen auf der Insel variiert natürlich, je nachdem, wie viele getötet werden und derlei. Und wenn sie den Eindruck machen, dass sie erwachsen werden, was gegen die Regeln verstößt, jätet Peter sie aus.‘

Wie viele Kinder hatte Peter gestohlen, wie viele waren gestorben, wie viele ausgejätet worden? Peter selbst sagt dazu: ‚Das Sterben wird ein Riesenabenteuer.'“

(Tipp: Klicken Sie auf den Buchtitel oder die Abbildung, und Sie gelangen zu diesem Medium im Katalog der Stadtbibliothek.)

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