Samuel-Bogumil-Linde-Preis 2014

Der von den beiden Partnerstädten Toruń (Polen) und Göttingen gemeinsam gestiftete Samuel-Bogumil-Linde-Preis wurde am Sonntag, 6. Juli 2014, um 11:00 Uhr im Alten Rathaus Göttingen an den polnischen Schriftsteller Janusz RUDNICKI und den deutschen Schriftsteller Wilhelm GENAZINO verliehen.

Janusz RudnickiJanusz RUDNICKI, geboren 1956, studierte Germanistik und Polonistik in Hamburg, wo er seit 1983 lebt. Sein Leben zwischen Polentum und Deutschtum ist auch Thema seiner Texte. Sie sind oftmals provokant. Er schreibt über die `Schützengräben´ in den Köpfen der Menschen. Darüber, dass ein Pole sich „von den Drecksdeutschen nicht unterkriegen“ lassen soll. Seine Sprache ist kraftvoll und konkret, seine Texte voll chaotischem Handeln, blühendem Humor und starker Ironie. 2007 wurde Rudnicki für den NIKE-Preis, die bedeutendste literarische Auszeichnung Polens, und den Europäischen Literaturpreis nominiert.
„Rudnicki verkörpert als Pole, der in Deutschland lebt, als Provinzler in der Metropole, und vor allem als ein im Alltag verwurzelter Schriftsteller einen ganz eigenen Heldentypus, der auf außergewöhnliche Art und Weise über die irdischen Dinge denkt und spricht.“ (Zitat Europäisches Kulturzentrum IGNIS e.V.)

Wilhelm GenazinoWilhelm GENAZINO, geboren 1943 in Mannheim, arbeitet seit 1971 als freier Schriftsteller. Nach seinem Studium der Germanistik, Soziologie und Philosophie war er zunächst als Journalist und Redakteur tätig, u.a. bei der Satire-Zeitschrift „Pardon“. Seine Romane und Essays zeichnen sich durch eine „Melange von Melancholie und Komik“ aus. Seine Protagonisten sind immer die Stillen einer Gesellschaft – die, die im Alltag verloren gehen. Die Erkenntnis, dass Trübsinn und Freude oftmals zwei Seiten einer Medaille sind, begründet Wilhelm Genazino schriftstellerischen Erfolg. Genazino erhielt u.a. den Großen Literaturpreis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (1998), den Fontane-Preis der Berliner Akademie der Künste (2003) und den Georg-Büchner-Preis (2004).

Werke im Bestand der Stadtbibliothek Göttingen (Auswahl):

Wilhelm Genazino: Das Glück in glücksfernen ZeitenWilhelm Genazino: Das Glück in glücksfernen Zeiten : Roman

Der promovierte, arbeitslose Philosoph Gerhard Warlich arbeitet in einer Wäscherei und kann mit seiner Freundin, die eine Sparkassenfiliale leitet, ein materiell sorgenfreies Leben führen. Doch eines Tages kommt ihm die Idee, eine „Schule der Besänftigung“ zu gründen…

Wilhelm Genazino: Ein Regenschirm für diesen TagWilhelm Genazino: Ein Regenschirm für diesen Tag : Roman

Geld verdienen kann man mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten. Zum Beispiel, indem einer seinem Bedürfnis nach distanzierter Betrachtung der Welt folgt, als Probeläufer für Luxushalbschuhe.

Wilhelm Genazino: Wenn wir Tiere wärenWilhelm Genazino: Wenn wir Tiere wären : Roman

Im Mittelpunkt des neuen Romans des Büchner-Preisträgers von 2004 steht ein freischaffender Architekt um die 40, dem sich durch den Tod eines Freundes beruflich wie privat neue Chancen eröffnen – an denen er dann aber auf ganz ungewöhnliche Art scheitert. – Deutscher Buchpreis dbp 2011 (Longlist)

Janusz Rudnicki: Der GrenzgängerJanusz Rudnicki: Der Grenzgänger

(Tipp: Klicken Sie auf den Buchtitel oder die Abbildung, und Sie gelangen zu diesem Medium im Katalog der Stadtbibliothek.)

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