FAQ: Warum verschickt die Stadtbibliothek keine Erinnerungen per Mail?

Dieser Artikel ist veraltet. Inzwischen werden Erinnerungen verschickt.

Versäumnisgebühren sind doof und das menschliche Gedächtnis ist leider nicht immer zuverlässig. Warum erinnert dann die Stadtbibliothek nicht per E-Mail an drohende Abgabefristen? Das kostet sie doch schließlich nichts?

Zugegeben, unsere Bibliotheks-Software könnte das. Aber es gibt einen gewichtigen Grund, warum wir es nicht machen:

Nicht jeder Benutzer der Stadtbibliothek verfügt über eine Mailadresse. Zu den Benutzern der Stadtbibliothek zählen viele Senioren, die mit den Möglichkeiten des Internet nicht vertraut sind, zudem gibt es auch Menschen, die sich schlicht keinen Internetanschluss leisten können oder wollen. Wie dem auch sei: Nur bei ca. 1/3 aller Leser ist in unserer Datenbank eine Mailadresse gespeichert.

Würden wir nun nur die Leser mit einer Mailadresse an drohende Rückgabefristen erinnern, wäre dies eine gravierende Benachteiligung der Mehrheit ohne Mailadresse. Eine Erinnerung per Brief ist aber unmöglich, bei über 1 Million Entleihungen pro Jahr wäre dies finanziell und organisatorisch (die Briefe müssen gefaltet und in die Briefumschläge gesteckt werden) nicht zu leisten.

Wir hoffen daher auf Ihr Verständnis, dass wir auch in Zukunft keine Erinnerungen verschicken werden.

Ein Tipp für alle besonders Vergesslichen:
In unserer Onleihe sind Sie vor Versäumnisgebühren sicher, denn die heruntergeladenen Medien sind nach Ablauf der Leihfrist einfach nicht mehr zu öffnen. Sie müssen und können nichts zurückgeben und daher auch keine Fristen verpassen und Versäumnisgebühren riskieren.

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13 Responses to FAQ: Warum verschickt die Stadtbibliothek keine Erinnerungen per Mail?

  1. Dennis F. sagt:

    Hallo,

    nun, ich selbst versuche immer alles um meine Bücher pünktlich zurück zu geben. Zur Not schicke ich die auch per Hermes 😉

    Aber das Argument, es wäre nicht fair, Benachrichtigungen per e-mail zu schicken, weil nicht alle Benutzer über e-mail verfügen, halte ich nicht für stichhaltig.

    Natürlich verfügt nicht jeder über e-mail, ganz klar. Aber warum sollte man denen, die die Möglichkeit haben, diese Serviceleistung vorenthalten? Jeder kann sich zum Beispiel in der Bibliothek eine e-mail Adresse anlegen. Und es gibt schon bzw. es gibt bald Dienste, die e-mail in Briefe oder Faxe umwandeln.

    Benachrichtigungen über Fristablauf wären absolut das Non-Plus-Ultra bei Ihren ohnehin schon sehr guten Serviceleistungen. Und die Presse würde das sicherlich auch sehr wohlwollend aufnehmen…

  2. klempmat sagt:

    Hallo Dennis,

    wenn man in die Stadtbibliothek kommen muss, um seine Mails zu lesen (weil man zuhause keinen Computer hat), ist die Erinnerung aber auch nutzlos, oder? Und was machen wir mit den vielen Senioren, die einfach nicht mit Computern und E-Mail umgehen können? Die sollen dann halt zahlen? Das Umwandeln von Mails in Briefe wird ja auch nicht kostenlos sein…

  3. Jörg sagt:

    Hallo,
    wenn es doch von der Software her ohne Probleme möglich ist könnte man es doch vielleicht einfach mal testen. Und wenn sich dann die Nutzer die keine E-Mail haben heftig beschweren, weil sie sich benachteiligt fühlen kann man es ja wieder abschaffen. Wenn sie sich aber nicht beschweren behält man es bei.

    • klempmat sagt:

      Hallo Jörg,

      und wenn wir diesen Service wieder abschaffen, beschweren sich die Mailnutzer (mit Sicherheit), usw., usw. Dann ist es besser, keine schlafenden Hunde zu wecken.

      • Jörg sagt:

        Noch besser wäre es wenn alle Benutzer bei der Angabe einer E-Mail Adresse zustimmen könnten die Mahnungen per Mail zu akzeptieren. So würden die Kosten für die Mahnungen deutlich reduziert (nicht die Mahngebühren) im Gegenzug gäbe es eine Erinnerung per Mail vorab. Erinnerungen und Mahnungen erfolgen dann nahezu ohne Personalkosten, da sie ja automatisch von der Software erzeugt werden. Für fast 1/3 aller Nutzer müssten dann keine Mahnungen mehr von Hand bearbeitet werden. Dieses Einsparpotential zu nutzen, darüber sollte man mal ernsthaft nachdenken finde ich. Dabei würde mich mal interessieren wie viele Medien in einem Jahr eigentlich gemahnt werden müssen?

  4. klempmat sagt:

    Hallo Jörg,

    die Mahnung per Mail zu erhalten, ist seit ca. einem halben Jahr möglich (aus rechtlichen Gründen allerdings nur die 1. und 2. Mahnung und nur nach Unterschrift unter ein gesondertes Dokument), siehe hier. Wir sollten das vielleicht offensiver bewerben. Es gibt aber auch viele Leser, die schriftliche Mahnungen bevorzugen. –

    So ganz automatisch geht die Mahnerei übrigens nicht, wir müssen die einzelnen Mahnungen (1., 2., 3. usw.) einzeln anstoßen, zudem gibt es immer wieder Probleme mit falschen / nicht mehr gültigen Post- oder Mailadressen, es hängt also ein ganzer Rattenschwanz hinten dran. –

    Im letzten Jahr (2009) wurden 81.603 Medien angemahnt, mit 23.671 Mahnschreiben bzw. -mails. Die schiere Menge dieser Schreiben ist ein weiterer (kleinerer) Grund gegen Erinnerungen: Das wären ja noch viel mehr und die Probleme mit falschen Adressen würden sich häufen.

  5. Simon sagt:

    Also das Argument mit den fehlenden Mail-Adressen ist für mich vollkommen unverständlich. In *jeder* kundenfreundlichen und zeitgemäßen Bibliothek ist eine Erinnerung per Mail möglich, bei der SUB Göttingen wird man sogar mehrmals vor dem Ablaufdatum erinnert. Vielleicht sollte man sich lieber einmal fragen, wieso so wenig E-Mail-Adressen enthalten sind? Wenn die Leute auf die Möglichkeit hingewiesen werden und vielleicht auch einmal aufgefordert werden ihre Adressen zu hinterlassen, würde sich der Datenbestand mit Sicherheit verbessern. Und der Großteil der Leute hat inzwischen IMMER die Möglichkeit ins Internet zu gehen, sei es bei Nachbarn oder Freunden oder bei der Arbeit. Da geht ihre Argumentation absolut ins Leere bzw. ist vor 10 Jahren stehen geblieben. Dann steht es jeden frei diese Funktion zu nutzen, wo bleibt da die „gravierende Benachteiligung“ für eine heutzutage selbstverständliche Leistung. Wenn sie so anfangen, müsste auch die Möglichkeit der „Onleihe“, die Verlängerung der Medien online sowie Services wie der Blog abgeschafft werden – denn damit werden die Nutzer mit Internet ja bevorzugt.

    Ich hoffe diese Entscheidung wird noch einmal überdacht oder wenigstens einmal die zahlenden Kunden befragt.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Simon

  6. klempmat sagt:

    Hallo Simon,

    wie Sie vielleicht gesehen haben, ist dieser Artikel schon etwas älter und in der Tat sind wir momentan dabei, die Erinnerungsmails noch einmal zu überdenken. Das Beispiel mit der SUB sticht übrigens gerade nicht, denn dort hat man es mit einer sehr homogenen Benutzerschaft zu tun, die sogar durch ihre Zugehörigkeit zur Benutzergruppe (z.B. der Studenten) ihren Mailaccount bekommt. Aber wie gesagt, wir werden wohl Erinnerungen einführen. Die Beschwerden der Internet-fernen Leser habe ich allerdings schon im Ohr…

  7. Simon sagt:

    Hallo klempmat!

    Nun ist fast ein Jahr vergangen, wie sieht denn der Gedankenstand zum Thema der Erinnerungsmails inzwischen aus?

    Mit freundlichen Grüßen,
    Simon

    • klempmat sagt:

      Hallo Simon,

      ich fürchte: unverändert. Bislang konnte sich unsere Bibliotheksleitung noch nicht dazu durchringen. Das Thema taucht allerdings immer wieder mal bei uns auf. Tut mir Leid, dass ich nichts Konkreteres berichten kann.

      Viele Grüße
      Der Blogger

  8. Karla Galvao Bezerra dos Santos sagt:

    Hallo,

    Was können wir tun, um das Interesse der Bibliotheksleitung für das Thema „Erinnerungsmails“ zu wecken?? Ich bin mir sicher, dass alle Nutzer, auch die ohne Internetzugriff, dafür sind!! Eine Befragung??? Oder etwas anders??

    Mit freundlichen Grüßen,
    Karla dos Santos

  9. klempmat sagt:

    Hallo Frau dos Santos,

    vielleicht schreiben Sie ihr eine Mail: krompholz@goettingen.de (Frau Krompholz-Roehl)?

    Mit freundlichen Güßen
    Der Blogger

  10. Simon sagt:

    Hallo Karla dos Santos,

    falls es dann eine Antwort per E-Mail gibt, wäre es nett diese (mit Erlaubnis) hier zu posten. Es gibt immer noch Benutzer, die auf diese Funktion warten.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Simon

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