… denn im Rahmen ihrer Ausbildung zur „Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste“ dürfen die Azubis kleine Präsentationen über Romane erstellen, die ihnen besonders gefallen haben. Die Ergebnisse werden im 1. OG der Zentralbibliothek gezeigt.
Die Wahl von Kristina Kirstan, Auszubildende im ersten Lehrjahr, fiel auf “Das Leben ist schön” von Roberto Benigni.
Benigni, Roberto: Das Leben ist schön
(Tipp: Klicken Sie auf den Buchtitel oder die Abbildung, und Sie gelangen zu diesem Medium im Katalog der Stadtbibliothek. Auch als DVD verfügbar.)
Inhaltsangabe:
1938 zieht der lebensfrohe Guido in die Stadt und träumt von seiner eigenen Buchhandlung. Zunächst arbeitet er jedoch als Kellner. Bei der ersten Begegnung mit der schönen Dora verliebt er sich unsterblich. Er lässt von nun an nichts mehr unversucht, um das Herz seiner „geliebten Prinzessin“ für sich zu gewinnen. Immer wieder inszeniert er ganz zufällig erscheinende Treffen, um sie wiederzusehen. Als Guido ihr auf ihrer eigenen Verlobungsfeier als Kellner begegnet, beschließt Dora, sich von ihrem Verlobten zu trennen und mit Guido zu gehen. Gemeinsam beginnen sie ein neues Leben. Sie heiraten, bekommen einen Sohn (Giosué) und Guido verwirklicht sich seinen Traum.
Fünf Jahre später zerstören die in Italien einmarschierten Deutschen das Familienglück. Als Guido und Giosué in ein Konzentrationslager gebracht werden, beschließt Dora, freiwillig mit ihnen zu gehen. Die Familie wird allerdings getrennt, als Dora in die Frauenarbeitsstätte geschickt wird. Um Giosué zu beschützen und ihn vor der grauenvollen Realität zu bewahren, tut Guido so, als handele es sich um ein Spiel. Ziel sei es, durch verschiedene Aufgaben und Verhaltensmuster, 1000 Punkte zu sammeln. Der Sieger erhalte einen Panzer. Guido versucht alles, um seinem Sohn den Aufenthalt im Lager so angenehm wie möglich zu gestalten. Wenn Guido abends in die Baracke zurückkehrt, denkt er sich immer neue Märchen aus, um die Illusion aufrecht zu erhalten. Doch im Laufe der Zeit wird es immer schwieriger, den kleinen Giosué in dem Glauben zu lassen, dass das Leben schön sei…
Als eines Tages die Amerikaner anrücken, beginnen die KZ-Aufseher das Lager zu räumen. Guido schickt seinen Sohn in eine Blechkiste. Darin soll er sich verstecken und erst wieder herausklettern, wenn alles still ist. Unterdessen verkleidet sich Guido als Frau, um in dem anderen Bezirk nach Dora zu suchen. Als er seine „geliebte Prinzessin“ unter den Frauen, die abtransportiert werden, nicht findet, wird er von einer Aufseherin gesehen. Er probiert zu flüchten, wird schließlich entdeckt und als Mann enttarnt. Durch einen Spalt in der Kiste beobachtet Giosué, wie Soldaten seinen Vater mitnehmen. Er sieht allerdings nicht, wie Guido nach wenigen Metern erschossen wird.
Als nichts mehr zu hören ist, wagt sich Giosué aus seinem Versteck. Da kommt der erste amerikanische Panzer auf ihn zu. Die Soldaten nehmen ihn mit. Er ist offenbar der Sieger des Spiels. Bald darauf sieht Giosué auch seine Mutter vor dem Lager und jubelt: “Mama, wir haben gewonnen!”
Über den Autor:
Roberto Benigni ist ein italienischer Regisseur, Schauspieler und Oscar-Preisträger. Seine erste Fernsehserie wurde zensiert, weil sie für die damalige Zeit zu skandalös war. Bei einer öffentlichen Kundgebung umarmte Benigni einen kommunistischen Parteiführer. Dies galt als beispielloses Ereignis. Er wurde erneut zensiert, weil er Papst Johannes Paul den II. beleidigte, wodurch er zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde. 2005 bekam Benigni das Großkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik. Der politisch engagierte Benigni gilt als scharfer Kritiker von Italiens Regierungschef Berlusconi.
Zitat von Roberto Benigni:
„Ich habe mich mit meinen Filmen in verbotene Zonen vorgewagt, in denen eigentlich kein Humor zugelassen ist. Vor allem “Das Leben ist schön” lebt von der Verbindung von zwei Komponenten: Der Film hat einen komödiantischen Körper, aber eine tragische Struktur. Die größten Komiker sind nicht diejenigen, die die Leute zum Lachen bringen, sondern diejenigen, die in unbekannte Zonen vorstoßen und herumexperimentieren.“
Wieso ich mich grade für dieses Buch entschieden habe:
Vor ein paar Jahren sah ich den Spielfilm spät abends im Fernsehen und habe leider die zweite Filmhälfte verpasst. Die Liebesgeschichte zwischen Dora und Guido hat mich zutiefst gerührt, sodass ich unbedingt das Ende erfahren wollte. Ich hatte also Glück, dass am nächsten Morgen die Wiederholung kam. Noch nie hatte ich einen Film gesehen, der mich so bewegt hat. Allein die unterschiedliche Handlung zwischen der ersten und der zweiten Filmhälfte hat mich auf eine Art geschockt, dass ich diese Geschichte niemals vergessen könnte. Wie Benigni eine wunderbare Liebesgeschichte voller Zauber in einen wahren Albtraum verwandeln konnte, ist ein echtes Meisterwerk der Filmkunst. Als mir dann erzählt wurde, dass wir ein Buch vorstellen sollen, ist mir beim Aufräumen der Regale der Roman zum Film in die Hände gefallen und ich wusste – dieses oder keines!
Über mich:
Ich heiße Kristina Kirstan und mache eine Ausbildung als Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste bei der Stadtbibliothek Göttingen, welche ich im August 2010 begonnen habe.